Die Jüdische Gemeinde zu Dresden
Die ältesten Zeichen jüdischen Lebens in Dresden gehen bereits in das 13. Jahrhundert zurück. 1265 werden das erste Mal jüdische Gemeinden in Sachsen und Thüringen urkundlich erwähnt. Als bestehendes rechtliches Mandat galt die Judenverordnung des Markgrafen von Meissen, Heinrich des Erlauchten. Bereits 1349 setzt im Zuge der verheerenden Pestwelle eine erste Judenverfolgung ein. Den Juden wurde unterstellt, für die Pest verantwortlich zu sein. Nach den Verfolgungen wurde den Juden jeglicher Besitz aberkannt und 1430 folgte die Ausweisung aus Dresden durch den Kurfürst Friedrich der Sanftmütige. Erst 1700, 200 Jahre nach der Vertreibung, wird den Juden durch August den Starken wieder in Dresden und Leipzig die Ansiedelung gestattet. Die heutige jüdische Gemeinde ist auf den im Zuge dessen damals zugezogenen Berend Lehmann zurückzuführen. Nach weiteren 51 Jahren bekommt die israelitische Religionsgemeinde ihren ersten neuzeitlichen Friedhof in Dresden. Bis 1933 entwickelt sich das jüdische Leben in Dresden zu einer wahrhaften Hochkultur. Als Ausdruck der rechtlichen Gleichstellung und dem Vorhandensein von jüdischem Leben in Dresden folgt 1840 die Einweihung der Sempersynagoge. Da der bisherige Friedhof relativ weit von der Synagoge entfernt war, folgt im Jahre1867 die Neugründung des Friedhofs der Israelitischen Religionsgemeinde in der heutigen Fiedlerstrasse.
Friedhof
Fiedlerstrasse
Der Nationalsozialismus löschte das jüdische Leben in Dresden, ebenso wie im gesamten nationalsozialistischen Herrschaftsgebiet, aus. Während des Novemberpogroms 1938 fiel die Synagoge dem verblendeten Mob zum Opfer. Im Jahre 1942 setzten die Deportationen ein. Das Schicksal der verbliebenen Juden ist in Zeitzeugnissen festgehalten, z.B. Viktor Klemperers Tagebücher. Nicht mehr als 100 Juden überlebten den 2. Weltkrieg in Dresden. In den kommenden Jahren konsolidierte sich die jüdische Gemeinde aus den Verbliebenen und wuchs langsam. Ein jüdisches Gemeindeleben etablierte sich allmählich. Mit dem Neubau der Synagoge in den Jahren 2000 und 2001 wurde der Vergangenheit Rechnung getragen und nach über sechzig Jahren hat die Jüdische Gemeinde zu Dresden wieder eine Synagoge, die in Form und Gehalt nicht im geringsten an die Vergangenheit erinnert und jeden mahnt, nicht nahtlos an das Geschehene anzuknüpfen.